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Fotografieren Im Regen – Die Komfortzone Verlassen

Fotografieren im Regen – die Komfortzone verlassen

Ausreden, Ausreden und noch mehr Ausreden! Ausreden machen es einem einfach und schützen uns davor, unsere Komfortzone verlassen zu müssen. Wir lieben Ausreden, um uns unsere eigene Faulheit zu rechtfertigen und um sicherzustellen, dass wir im gesellschaftlichen Durchschnitt bleiben. Sie halten uns davon ab etwas außergewöhnliches zu tun und ein kleines Abenteuer zu erleben.

Wie ich dazu komme solch einen Philosophischen Beitrag zu schreiben? Spulen wir meinen Tag doch einfach mal um ein paar Stunden zurück:

PS: Natürlich geht es in dem Beitrag auch um Fotografie, aber auch wenn du selbst nicht fotografierst, ist sicherlich ein interessanter Gedankenanstoß für dich dabei.

Mein Vormittag

Dadurch das ein Seminar ausgefallen ist, musste ich heute nur relativ kurz in die Uni und war dementsprechend früh wieder zu Hause. Auf der einen Seite natürlich super, auf der anderen Seite absolut unnötig, dass ich dann für eine einzige Pflichtabgabe nach Düsseldorf fahren musste. Heißt also 3 Stunden pendeln um maximal eine Stunde in der Uni zu sitzen und meinen Lösungsweg zu erläutern.

Wie das als Student eben so ist, war ich dabei natürlich zu 100% übermüdet. Musste ja schließlich auch schon um 05:30 Uhr aufstehen, um rechtzeitig in Düsseldorf zu sein. Auf dem Rückweg kamen dann auch noch diese verdammten Kopfschmerzen dazu. Was ein Scheißtag! Aber wer kennt solche Tage nicht?

Ausreden finden

Zu Hause saß ich dementsprechend also erstmal dumm rum und konnte mich zu nichts motivieren. Wie auch wenn es draußen seit Tagen nur regnet, es nicht hell wird und man auch nicht raus kann ohne gleich komplett durchnässt zu sein? Da ist es doch eigentlich kein Wunder, dass man früher oder später Kopfschmerzen bekommt. Hier kam dann zum Glück der entschiedene Entschluss: Wieso sollte ich eigentlich nicht raus gehen? Wegen dem bisschen Regen? Auf meinem dreiwöchigem Roadtrip durch Norwegen bin ich doch schließlich auch nicht jeden Tag im Auto geblieben, nur weil es mal ein wenig nasser wurde.

Meine Wahl: Wald, Regen, Matsche und Kälte!

Ich habe mir also meine Wanderschuhe, eine Kamera und eine warme Regenjacke geschnappt und bin raus in den nächsten Wald. Es mag vielleicht Nass und kalt sein, doch es tut ungemein gut! Die frische Luft lässt meine Kopfschmerzen verschwinden und ich bin motivierter. Ich hab mega Lust einfach mal wieder zu fotografieren, was einem vor die Linse kommt. Fast so wie in der Anfangszeit, mit dem einen Unterschied, dass ich mich jetzt weitaus mehr auf die Natur konzentriere. Ich achte mehr auf Details und versuche kreativer zu denken. Mein Thema: „Moody shots“. Ich möchte das Wetter und die aktuelle Stimmung Wiederspiegeln. Der Betrachte soll spüren, dass es dunkel, kalt und nass war!

Wanderschuhe - bereit für das nächste Abenteuer

Wanderschuhe für trockene Füße und dann kann auch nichts mehr schief gehen

Fotografieren bei Regen

Der ein oder andere mag sich jetzt vielleicht fragen, was man bei Regen im Wald fotografieren möchte, denn schließlich ist alles nass, matschig und es ist weit und Breis keine Menschenseele. Genau das ist jedoch das schöne! Man kann ungestört abschalten und sich auf die Natur einlassen. Dabei wirst du merken, dass eine einzigartige Stimmung herrscht. Es ist Still, wirkt verlassen, trist und ungemütlich. Sicherlich nichts für Schönwetterfotografen, doch das ist es, was ein Foto spannend macht: Es zeigt etwas, was man meistens komplett übersieht, da man bei Regen häufig einfach nur schnell wieder nach Hause möchte.

Waldweg bei stürmischen Wetter

Mit ein wenig Aufmerksamkeit, wirst du dabei jede menge Kleinigkeiten entdecken, die du normalerweise wahrscheinlich übersehen würdest. Ob es nun der Moosbewachsene Baumstumpf ist, oder die Wassertropfen an den Blättern – der Wald bietet vielfältige Motive. Wenn du dann noch mit einer offenen Blende arbeitest um eine schöne Unschärfe zu erzeugen, werden es grade diese Kleinigkeiten sein, welche die Stimmung Wiederspiegeln.

Perspektive wechseln

Versuche die Dinge doch einfach mal von einem etwas anderem Standpunkt aus zu betrachten. Stell dich auf einen Baumstumpf um eine höhere Perspektive zu erhalten, oder knie dich in die Matsche um eine Froschperspektive zu erreichen. Durch die neue Perspektive wirkt alles komplett anders und du kannst den Blick des Betrachters auf Bereiche und Kleinigkeiten fokussieren, die ihm ansonsten wahrscheinlich überhaupt nicht aufgefallen wären.

Bei Regen im Wald fotografieren - Ein Baumstumpf ist auch ein Motiv

Überall ist Wasser – nutze es

Der Regen hat auch seine guten Seiten: Es gibt überall Wasser! Kleine Bachläufe sind auf einmal gefüllt, es gibt kleine Pfützen welche als Spiegel dienen und Tropfen die an den Blättern hängen. Hier bitte sich ein Spiel mit der Verschlusszeit deiner Kamera an: Soll das Wasser in seiner Bewegung eingefroren sein, oder soll die Bewegung fließend dargestellt werden? Deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt!

Bei diesem Bild habe ich zum Beispiel eine Kombination aus mehrerer der genannten Faktoren genutzt: Ich habe eine tiefe Perspektive gewählt um den Fokus auf meinen Fuß und die Pfütze zu lenken. Die Verschlusszeit ist mit 1/25 Sekunde langsam genug um die Bewegung der Spritzer zu zeigen, aber schnell genug um dass der Fuß nicht komplett verschwimmt. Durch die offene Blende von f2.8 entsteht zusätzlich noch eine schöne Unschärfe im Vordergrund. Aber keine Sorge, du musst dich nicht gleich komplett für ein Bild einsauen. Anstatt in die Pfütze zu treten, kannst du die glatte Wasseroberfläche natürlich auch als einen Spiegel nutzen. Wie gut das klappt hängt dann jedoch von verschiedenen Faktoren, wie z.B. Dem Untergrund ab. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass dies auf asphaltierten Böden weitaus besser klappt als im Wald.

Du hast die Entscheidung

Wenn wir also einmal ehrlich zu uns selbst sind, ist das Wetter eigentlich doch nur eine Ausrede um in unserer gemütlichen kleinen Mini-Welt – gebildet durch unsere Komfortzone – zu bleiben. Drinnen im trockenen ist es schließlich viel bequemer. Du wirst nicht nass, es ist angenehm warm und es peitscht dir kein kalter Regen ins Gesicht… Doch glücklich macht es dich auch nicht. Du sitzt im Endeffekt also nur rum und stellst dir vor, was du machen könntest, oder gerne machen würdest. Dabei bist du weder Motivierter etwas zu tun, noch sonst irgendwie Produktiv… Also, lass dich nicht von äußeren Umständen aufhalten und geh nach einem langen Uni-/Bürotag doch einfach mal raus! Für mich kommt der Anreiz dabei durch die Fotografie, aber du kannst natürlich auch mit deinem Hund raus gehen, bei einem Spaziergang einen Podcast anhören, oder auch einfach nur die Ruhe genießen.

Behind the Scenes

Zu guter letzt noch ein kleiner Einblick hinter die Kulissen wie das Bild entstanden ist, auf welchem ich in die Pfütze trete. Da die Wirkung des Bildes durch die tiefe Kameraperspektive erzeugt wird (und ich eh kein Stativ dabei hatte), habe ich die Kamera auf den Boden gelegt. Da ich alleine Unterwegs war und somit auch das Fußmodel auf dem Bild war, habe ich manuell fokussiert, den Zeitauslöser der Kamera aktiviert schon konnte es losgehen. Durch den starken Regen ist die Kamera leider etwas nasser geworden als mir lieb ist, aber sie hat es zum Glück überlebt. Bei solch einem Wetter sind die Canon-Bodys einfach unschlagbar! 😉

Canon eos 600d bei Regen, edler Kameragurt

Dominic Marcelino

Hey, ich bin Dominic, 18 Jahre alt und habe im März diesen Jahres die Schule hinter mir gelassen. Ein Studienbeginn direkt nach der Schule kam für mich nie in Frage.

Dafür gibt es noch zu viele Abenteuer die vorher erlebt werden möchten. Falls du mehr wissen möchtest, schaue doch einfach auf der „über“-Seite vorbei, oder kontaktiere mich :-)

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